Facebook goes mobile – mit Services und klugerweise ohne eigenes Handy

Posted on 05/11/2010

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Mit grosser Spannung wurde der Facebook Mobile Event erwartet. Rd. 200 Millionen User nutzen Facebook am mobile bereits heute! Und Gerüchte schwirrten zahlreich herum, insbesondere zu einem eigenen Facebook-Handy oder einer iPad App. Keines von beiden ist es letztendlich geworden.

Facebook hat einen sehr intelligenten Zugang zum Thema Mobile gewählt und gleichzeitig die Phase des „Erwachsenwerdens“ für location-based-services und mobile couponing eingeläutet.

Die 3 wesentliche Elemente der Facebook mobile Strategie sind:

1. Single-sign-on

2. Location APIs

3. Deals Platform

Der Reihe nach:

1. Single-sign-on

Der einfachste Zugang für einen User von Facebook war das Ziel (das treibt letztendliche auch die Nutzerzahlen weiter nach oben). Und mit einem Klick auf den Facebook-Button haben User ab sofort Zugang zu ihrem Account. Keine umständlichen Log-in Vorgänge am mobile device, insbesondere keine sich wiederholenden Eingaben von Namen, Log-ins oder Passworten. App-Entwickler können dies nun in ihren Apps nutzen und so eine einfache Vernetzung und damit Nutzung für den User ermöglichen. Facebook wird also ein immer tiefer gehender Bestandteil der Web-Nutzung an sich.

2. Location APIs

Facebook ermöglicht Dritten ab sofort umfassenden Zugriff auf die APIs, nicht nur Lesen sondern auch Schreiben. Damit ist Facebook eines jener Unternehmen, die nicht nur verstanden haben, dass Mobile mehr als eine Kopie des Web am Handy sein kann, sondern es auch tatsächlich umsetzen. Kontext ist hier das Stichwort und der Aufenthaltsort durch Facebook Places ist eine ganz entscheidende Information um die Nutzung zu verbessern.

Man kann ab sofort lesen an welchem Ort sich Facebook-Nutzer aufhalten (wenn sie das in ihren Settings aktiviert haben). Eigene Check-ins können geschrieben und veröffentlicht werden. Und die Suche nach relevanten Orten wird ermöglicht.

Eine Kampfansage an die Newcomer in diesem Bereich, insbesondere Foursquare oder Gowalla. Ungeachtet der medialen Aufmerksamkeit für solche Unternehmen, hat sich die Nutzung in der Realität bis dato noch in Grenzen gehalten. Nur 4% der erwachsenen Internet-Nutzer haben bislang die Zustimmung gegeben ihren Aufenthaltsort mit Freunden zu teilen, und nur rd. 1% nutzen diese Services jeden Tag, mehr unter Pew Internet research report.

3. Deals Platform

Den Nutzern von Facebook Placeswird damit ermöglicht bestehenden als auch neuen Besuchern bzw Kunden einen Coupon und damit einen geldwerten Vorteil zukommen zu lassen. Wenn User Facebook Places öffnen, sehen sie eine Auflistung von Plätzen (dh auch werbende Unternehmen) und ein Icon, welches einen Deal anzeigt. 2 clicks genügen, um sich den Deal zu sichern, im Geschäft, Lokal, … einfach über die Facebook-App dem Personal zeigen.

Mit dem Launch der Deals Platform sind 4 verschiedene Arten von Deals möglich:

  • Individual deals, Vorteil für Kunden, die über Facebook bei dem Anbieter einchecken.
  • Loyalty deals, Vorteil für Kunden, die mehrfach kaufen oder einchecken.
  • Friend deals, Vorteil für Kunden die Freunde bringen
  • Charity deals, ermöglicht Unternehmen für jeden Check-in einer karitatives Organisation eine entsprechende Spende zukommen zu lassen

Jedes Unternehmen, egal ob Grosskonzern oder kleines Restaurant, kann sofort damit starten. Und besonders interessant wird das Angebot von Facebook durch die Tatsache, dass Facebook im Gegensatz zu den bisherigen Coupon-Anbietern keine prozentuelle Beteiligung verlangt!

Viele werden sich über diese neue Möglichkeiten freuen und auch eifrig nutzen. Location-based bzw coupon servcies werden durch Facebook nun eine wesentliche schnellere Verbreitung finden. Allerdings müssen sich Unternehmen wie Foursquare Gowalla oder Groupon nun überlegen, ob und wie sie ihre Strategie überdenken. Bleiben sie eigenständig und versuchen sich unabhängig von Facebook durchzusetzen? Oder nutzen sie Facebook Check-ins? Dann müssen sie sich allerdings etwas Neues einfallen lassen und ihren „added value“ den Nutzern gegenüber klarmachen.

Ist der Erfolg dieser Services damit sicher? Grundsätzlich stehen die Ampeln auf Grün. Das einzige, was die Verbreitung verlangsamen kann, sind die Bedenken zum Thema „Privacy“ und Sorgen der Nutzer, wer in welcher Form Zugriff auf deren Daten wie Aufenthaltsort, Einkaufsgewohnheiten, usw. haben wird. Facebook User können selber steuern, ob sie ihren Aufenthaltsort teilen möchten. Wird das genügen?

Offensichtlich wird die Frage ab heute lauten: Vergünstigung oder Privatsphäre.

PS: „(…) klugerweise ohne Handy.“ Klugerweise aus dem Grund, da Facebook ein Serviceanbieter und kein Hersteller von Hardware ist. Sie können – über intelligente Schnittstellen und Services – ein wesentlicher Bestandteil von Services für grundsätzlich alle Smartphone User sein. Das ist klug als sich den Herausforderungen von Hardware, Netzbetreiberlisting, Customer Care services etc zu stellen. Der Google Nexus One Misserfolg hat bewiesen, dass auch globale Riesen über ein solches Projekt stolpern können.

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