Nichts ist so alt wie die Nachricht von gestern. Was für ein Quatsch. Andere machen damit viel Geld!

Posted on 28/03/2013

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Woher kommt das eigentlich? Heute etwas publiziert und morgen ist es schon im Archiv. Außer wenn ein Leser explizit danach sucht (oder ein Journalist es doch für eine neue Story braucht) passiert damit rein gar nichts. Eigentlich unglaublich. Denn jede andere Firma in jeder anderen Branche würde sofort versuchen ihr Produkt anders zu verkaufen, so machen es doch alle. Schaut euch nur den regelmäßigen Ansturm auf Parndorf und die anderen Outlets an.

Spätestens jetzt steigen wahrscheinlich viele aus dem Text mit dem Gedanken – so ein Quatsch kann nur von einem absoluten Laien kommen – aus. Aber geben sie mir noch 2 Minuten.

Factory Outlets für Medieninhalte?

Denn keiner hat gesagt, dass sie ihren Content für (noch) weniger hergeben sollen! Bereiten sie ihn doch einfach neu auf. In einem anderen Kontext, um so die Entwicklung zu einem bestimmten Thema besser verstehen zu können. Oder einfach nur, um die Inhalte auf Smartphones und Tablets benutzerfreundlich und in einem neuen Kontext konsumieren zu können.

Ob das jetzt einem Factory Outlet oder mehr  einem Flagshipstore am Kohlmarkt entspricht, bleibt jedem selbst überlassen.

Denn andere machen das große Geld damit. Heute. Und ganz besonders gestern und vorgestern. Es ist eine besondere Woche im Sinne der neuen Geschäftsmodelle im Medienbereich.

Das große Geld machen die Anderen.

Zum einen wurde Summly von Yahoo um 30 Millionen Dollar gekauft. Und Flipboard hat eine neue Version seiner App zum Download freigegeben. Mit dem neuen Flipboard kann nun jeder sein eigenes Magazin während dem Lesen selbst erstellen. Ich zitiere von der Website: „Find everything that matters to you from world news to life’s great moments. Just tap the [+]  to save anything from the web – stories, photos, audio and more – into your own magazines to flip through later or share with friends.“

Beginnen wir mit Summly, die sind erst 2012 gestartet. Eine Grafik zeigt auf einen Blick, wie schnell sie gewachsen sind. Eine mehr als beeindruckende Entwicklung. Und sie haben viel investiert, in Algorithmen, um besonders präzise und schlüssige Zusammenfassungen für ihre Nutzer zu erstellen. Mehr zu den Algorithmen und der Firma, die dahintersteht, kann man hier dazu nachlesen. Es ist übrigens die selbe Firma die Siri entwickelt und später an Apple verkauft hat.

Summly Infographic

Wir wissen am besten, wie unsere Leser es lesen wollen. Echt?

Flipboard mochte ich gleich von Anfang an. Zum einen machen sie es dem Nutzer wirklich einfach Inhalte zu entdecken, zum anderen stellen sie diese Inhalte in wirklich beeindruckend schöner Art und Weise dar. Mit dem neuen Update machen sie ihre Leser zu Herausgebern. Denn während des Lesens können Flipboard Nutzer nun ganz einfach ihr eigenes Magazin zusammenstellen. Und ich höre schon den Aufschrei, dass das nichts mit Journalismus zu tun hat, usw…

Klar werden die meisten selbst zusammengestellten Magazin kaum eine nennenswerte Leserschaft finden. Nur einige wenige werden herausstechen. Aber es ist ein Faktum, dass zwischen Leser und Medienhaus nun Gleichstand bei der Qualität der Werkzeuge im digitalen Bereich herrscht. Diese 2 Tatsachen sollten jedem in der Medienindustrie zu denken geben.

Einnahmen!

Flipboard hat bereits heute viele Partnerschaften mit Medienhäusern. Sie bekommen mehr Content zum Darstellen in ihrer App, dafür werden die Werbeeinnahmen geteilt. Man stelle sich nur vor, dass von den unendlichen vielen selbst zusammengestellten Versionen der Leser nur 50, 100 oder 500 erfolgreich sind. Rein durch Software, die Arbeit der Leser und erneute Nutzung derselben Inhalte, kann man erneut monetarisieren. Hoffentlich denkt Flipboard auch darüber nach, die Leser daran zu beteiligen – siehe meinen letzten Satz.

Werbung?

Jeder kann nun sein eigenes Flipboard zusammenstellen. Ob Leser, Unternehmen oder Marke. Und Flipboard arbeitet ja schon länger daran Kataloge in seiner App zu integrieren und damit auch über e-commerce sein Geschäftsmodell zu erweitern. Als Werbetreibender kann ich mich nun entscheiden einfach zu werben wie bisher oder einen Teil der Budgets in die Zusammenstellung eines eigenen Magazins, Integration meines Kataloges und meiner Anzeigen zu investieren. Sieht aus wie alle anderen auf Flipboard, ist aber inhaltlich zu 100% auf die Vorstellungen der Unternehmen abgestimmt.

Es braucht Offenheit und eine neu gedachte Wertschöpfungskette.

Jeder muss sich neu mit der Wertschöpfungskette seines Unternehmens auseinandersetzen. Denn digital und mobile bringen über die neuen technische Möglichkeiten auch neue Geschäftsmodelle mit sich, während sie gleichzeitig andere zerstören. Meine Vision ist es, gemeinsam mit Unternehmen in jeder Branche neue digitale/mobile Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten aufzubauen.

Und beim Lesen befülle ich ab sofort mein eigenes Magazin mit Inhalten zum Thema der digitalen Wertschöpfungskette: Digital Value Added.

Alexander Oswald on Flipboard

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